Waldspaziergang am Tagebau Hambach

Am 13.10.2019 fand zum 66. Mal der vom Waldpädagogen Michael Zobel geleitete Protest-Spaziergang durch den besetzten Hambacher Forst am Rande des RWE-Braunkohletagebaus statt. Dabei nahmen über 800 Menschen aller Altersgruppen teil und als direkte Aktion gegen die fortschreitende Entwaldung wurden dutzende junge Bäume gepflanzt.

Dazu wurde musiziert, gesungen und Parolen gegen den Klimakiller Kohle und für globale Klimagerechtigkeit gerufen. Denn auch nach den aktuellen Beschlüssen der Bundesregierung soll dort die Braunkohle noch bis nach 2030 abgebaut und in  angrenzenden Kraftwerken zur Stromgewinnung verbrannt werden. Dies wird die katastrophalen Folgen der Erderwärmung verschlimmern und Millionen Menschen unter den zerstörerischen Auswirkungen des fossilen Kapitalismus weiter leiden lassen. Aus diesem Grund wird der seit 2011 rund um den Tagebau stattfindende, vielfältige Widerstand mit Klimacamps, Baggerbesetzungen, Kohlebahnblockaden, illegalen Baumhäusern, Demos und Waldspaziergängen weiterhin stattfinden.

Neben vielen Aktivist*innen aus lokalen Initiativen, Umweltverbänden und Fridays For Future nahmen auch zahlreiche Bürger*innen, sowie einige Anarchist*innen und Anarchosyndikalist*innen an diesem Aktionstag teil. Im Anschluss an die, von Polizei und Werkschutz-Security beobachteten, Pflanzungen an der Abbruchkante spazierten hunderte Menschen weiter durch den umkämpften Rest des Hambacher Forstes. Vorbei an besetzten Baumhäusern und zahlreichen Barrikaden, sowie an der Gedenkstätte für den bei der Räumung 2018 verunglückten Medienaktivisten Steffen Meyn. Von dort geht es auch zum Wiesencamp oder zurück zur Mahnwache an der Landstraße zwischen Buir und Morschenich.

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