Köln: Rechte Hetze gegen WDR blockiert

Mehr als 1.000 Demonstrant*innen haben am 02.01.2020 rund um das Gebäude des Westdeutschen Rundfunks an antifaschistischen Kundgebungen teilgenommen. Anlass war eine Versammlung von etwa 40 Rechten, zu der neben Nazi-Hooligans auch die AfD aufgerufen hatte, um grundsätzlich gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und sein teilweise kritisch-investigatives Programm zu protestieren.

Nachdem zum Jahreswechsel in den sozialen Medien von aufgebrachten Wutbürger*innnen und rechten Trollen ein Shitstorm wegen eines satirisch umgedichteten Kinderliedes über „meine Oma“ als „alte Umweltsau“ (mit SUV, Flugreisen und Fleischkonsum) inszeniert wurde, hatte WDR-Intendant Buhrow das Video schließlich zensiert und war mit seiner öffentlichen Entschuldigung sogar den angeprangerten und bedrohten Journalist*innen in den Rücken gefallen.

Rechte Kreise aus der Region Rhein-Ruhr nutzen die Gelegenheit und verbreiteten zunächst am So 29.12. vor der WDR-Zentrale am Apellhofplatz ihre braunen Hassparolen gegen linke und liberale Journalist*innen, sowie gegen die Zwangserhebung von Rundfunkgebühren. Teilgenommen hatte neben dem Rockerclub „Bruderschaft Deutschland“ aus Düsseldorf auch das Umfeld der „Identitären Bewegung“  und der AfD, wobei die wenigen anwesenden Antifaschist*innen dabei bedroht und angegriffen wurden.

Für den Sa 04.01. hatten nun die Rechten gleich zu mehreren Kundgebungen rund um die WDR-Gebäude nahe des Kölner Doms aufgerufen, zu der aber diesmal nur etwa 40 Teilnehmer*innen erschienen. Aber ein massiver Gegenprotest von mehr als 1.000 Antifaschist*innen, darunter Gewerkschaften und Parteien, hat stundenlang die Anreisewege mit Blockaden und Kundgebungen behindert. Die aggressiv auftretende Polizei hat jedoch mehrmals mittels körperlicher Gewalt und Pfeffersprayeinsatz die rechten Teilnehmer*innen provokativ durch die Gegendemonstrationen geleitet, was wiederholt zu angespannten Situationen führte.

Bei verschiedenen Rangeleien wurden mehrere Demonstrant*innen verletzt, mindestens eine Person in Gewahrsam genommen, zahlreiche Platzverweise erteilt und Anzeigen erstattet. Gegen Spätnachmittag wurden zwar alle Kundgebungen beendet und die Rechten unter Polizeischutz zum Hauptbahnhof gebracht, aber bereits für den folgenden Tag (So 03.01.) sind weitere Nazi-Kundgebungen angekündigt, gegen die ebenfalls wieder antifaschistische Proteste organisiert werden.

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