Globaler Klimastreik 25.03.

Bereits zum 10. Mal fand in zahlreichen Ländern gleichzeitig ein globaler Klimastreik der For-Future-Bewegung statt. Diese ist längst über einige engagierte Schüler*innen hinaus gewachsen und zu einer altersübergreifenden, internationalen Kampagne für weltweite Klimagerechtigkeit geworden. Die andauernde Coronavirus-Pandemie hat zwar den Schwung der Mobilisierungen zeitweise ausgebremst, aber trotzdem kamen an diesem sonnigen Frühlingstag tausende Menschen zu einer Kundgebung und Demonstration in Köln-Deutz zusammen. Hunderte Protestierende beteiligten sich auch an der dort gestarteten Fahrradtour durch die angrenzenden Stadtteile.

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Bei diesen Versammlungen geht es nicht länger darum, hoffnungsvolle Umweltschutz-Appelle an die regierenden Parteien zu richten. Sondern zahlreiche weitere Themen sind in den letzten Jahren diskutiert worden: Beispielsweise der antirassistische und antikoloniale Blickwinkel auf den industriell gemachten Klimawandel. Und dessen katastrophale Folgen für Mensch und Natur, vor allem im globalen Süden und besonders für die weibliche* Landbevölkerung. Daher werden die Forderungen nach finanzieller Entschädigung und Reparation für eine jahrhundertelange Ausbeutung und Zerstörung durch die kapitalistischen Metropolen immer lauter.

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Aber auch die sozialen Aspekte von Preiserhöhungen für fossile Energieträger hier in Westeuropa werden immer wieder diskutiert. Nicht nur wegen teurem Benzin und Diesel, sondern auch wegen steigenden Heizkosten und höheren Mieten (durch „Energetische Sanierung“). Hinzu kommt, dass die möglichst sofortige Schließung aller Atom- und Kohle-Kraftwerke, sowie die nachhaltige Verkehrswende, ein grundsätzliches wirtschaftliches Umdenken erfordert. Damit in diesen Branchen keine Arbeitsplätze verloren gehen, sondern diese möglichst für erneuerbare Energien und gesellschaftlliche Verantwortung umgewandelt werden.

Außerdem stand beim Aktionstag am 25.03. auch der seit einem Monat wütende Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Republik Ukraine im Mittelpunkt. Nicht zuletzt, weil sich viele europäische Länder von Erdgas- und Erdöl-Lieferungen aus Russland abhängig gemacht haben, dessen autoritäres Regime sie jetzt boykottieren möchten. Doch anstatt massiv in alternative Wind- und Solarenergie zu investieren, versucht die Bundesregierung mit den reaktionären Golfmonarchien stattdessen Ersatzverträge abzuschließen und steckt gleichzeitig viele Milliarden Euro in die Militärindustrie.

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Dabei wäre ein sofortiger Ausstieg aus den fossilen Energien ebenso notwendig, wie das endgültige Aus für Atomkraft in allen Ländern. Denn diese stellt ebenso eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung dar, wie sie auch zwingende Grundlage für die militärische Aufrüstung der nuklearen Kriegsführung ist. Zudem sind der Eroberungsfeldzug des Öl- und Gas-Exporteurs Russland einerseits und die aggressive Rüstungspolitik der NATO-Staaten andererseits eng verknüpft mit einer sich verschärfenden imperialen Konkurrenz um die Macht über fossile Rohstoffquellen und globale Transportwege.

Aus diesen Gründen ist es dringend nötig, nicht nur den Kampf gegen die dramatisch fortschreitende Erderwärmung und das weltweite Artensterben zu führen, welche die  zerstörerische Misswirtschaft der kapitalistischen Ausbeutung verursacht hat. Sondern auch gemeinsam gegen militärische Konflikte und katastrophale Zerstörung, die unser Leben weltweit bedrohen, mit Streik, Boykott, Besetzungen, Blockaden und anderen direkten Aktionsformen selbstbestimmt solidarisch zu handeln. Ob am Arbeitsplatz, in der (Hoch-)Schule, auf der Straße, auf dem Wasser, im Wald oder anderswo…

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